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Na dann weg damit, hat jetzt lange genug hier drin gestanden, also nicht mehr lange gefackelt...
Gute Anmerkungen, aber nicht so ganz einfach zu klären.

Beispiele: Das Ansehen Deutschlands steht auf dem Spiel / ?steht auf der Kippe / droht Schaden zu nehmen.

Das Welwährungssystem steht auf dem Spiel / droht zusammenzubrechen / Die Stabilität des Weltwährungssystems steht auf der Kippe.

Deine Weiterbeschäftigung hier bei uns steht in Frage / steht auf der Kippe / steht auf dem Spiel...

Schau mal bei http://www.dwds.de/?view=1&qu=steht+auf+der+kippe, da gibt es bei den Zeit-Beispielen unten vieles, wo man gut 'auf der Kippe' oder auf dem 'Spiel sagen könnte', allerdings mit einer Bedeutungsnuance, klar.

Grundsätzlich ist es wohl so, dass man innerhalb einer Synonymgruppe nie alles für alles nehmen kann, da sind immer Spielräume eingepreist. Was in eine Gruppe aufgenommen wird, entscheidet - ganz richtig - das Sprachgefühl des Eintragenden. Der eine empfindet etwas enger, der andere würde lieber einen weiteren Rahmen setzen. Das Schöne bei OT ist, dass man das im Lauf der Zeit immer besser anpassen und differenzieren kann. Man liest in letzter Zeit häufiger von der Plastizität des Gehirns, und OT erscheint mir in vielem ähnlich plastisch und verformbar.

Wenn dich etwas sehr stört, nimm's raus und setz es um, ich selbst mach es nicht anders. Es kann leider nicht alles ausdiskutiert werden, dazu ist die Zeit nicht da bzw. es ist alles zu viel.

Mit dem 'einzustürzen / zusammenzubrechen drohen' sehe ich das ähnlich wie du, andererseits gibt es einen semantischen Bezug zwischen diesem 'auf der Kippe stehen' und 'drohen / bedroht sein / gefährdet sein', der dann je nach Situation anders gefüllt werden kann: drohen abzusteigen, in der Tabelle abzurutschen, die Saison zu vermasseln, an Wert zu verlieren, Einbußen zu erleiden usw. Schließlich aber: 'zusammenbrechen' und 'einstürzen' können nicht nur Gegenstände, sondern auch Netze (Stromnetz, Internet), Aktienkurse (wohl eher: einbrechen), Firmenwerte, aus Lebenslügen zusammengezimmerte Kartenhäuser, Luftschlösser, Lügengespinste, diverse Situationen fragiler Gleichgewichte wie aufeinander bezogene Vertragskonstruktionen, ein Gebäude aus Firmenverflechtungen, ein Theoriegebäude, dann wohl auch eine Theorie ('in sich zusammengekracht'), na und so weiter.

Ich werd' bei Gelegenheit schaun, was man da besser machen kann. Kannst ja mal anfangen!
Ich halte es so, dass ich wörtliche Zitate in Anführungszeichen setze, selbst ausgedachte nicht.

Für exakte Quellenangaben reicht in OT der Platz nicht aus, es wäre auch zu unübersichtlich. Es müsste ein eigener Zitierapparat neben dem eigentlichen Lexikon aufgebaut werden, in dem bedarfsweise die genaue Herkunft nachgeschlagen werden kann. Da gibt es hier wichtigere Probleme.

Die Zitiermodi von Wikipedia sind hier nicht zu realisieren, vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Zitierregeln#Internetquellen_und_Weblinks . Da wäre die Quellenangabe in der Regel länger als das Zitat. Ich kürze die Site-Angaben aus der Adresszeile des Browsers so weit wie möglich ab, weil die oft unglaublich lang sind. Das ist zwar nicht exakt, geht aber gar nicht anders. Wenn möglich, benutze ich Funde aus Zeit oder Spiegel, die haben ihr komplettes Archiv (bis auf das letzte Jahr) ins Netz gestellt und das wird auch erst mal drinbleiben, da reichen dann die jeweiligen Ausgaben als Quellenangabe. Beispiele aus der 'Zeit' findet man bei dwds.de.

Da gibt es dann wieder das Problem, dass Beispiele, die nur aus einer jeweils aktuellen Thematik heraus verständlich sind, nicht so geeignet sind wie Alltagsverwendungen, die findet man aber in 'Zeit' und 'Spiegel' kaum.

Es ist im übrigen ein Problem, in welcher Weise Gelegenheitsfunde, die vermutlich oder absehbar über kurz oder lang aus dem Internet verschwunden sein werden, überhaupt als Beleg herangezogen werden können.

Was die Qualität der Beispiele angeht, so fände ich solche Beispiele besser geeignet, die in besonderer Weise typisch sind und die Bedeutung eines Wortes oder eines Phrasems plastisch und schlagend deutlich hervortreten lassen als blasse Beispiele, die zwar das Wort mit einer syntaktischen Einbettungsmöglichkeit enthalten, aber nicht die Bedeutung erhellen. Beispiel: 'Das / Die Situation stand auf Messers Schneide' = nicht so gut, 'Bis in die zweite Verlängerung stand der Spielausgang auf Messers Schneide' = besser. Insofern werde ich gelegentlich Beispielssätze durch besser veranschaulichende Versionen ersetzen.

Meine selbst konstruierten Beispiele sind oft umständlich und zu lang, es ist halt oft schwer, was Kurzes und Knackiges zu finden, außerdem sollen ja nicht wieder dieselben Beispiele wie in Duden, Wiktionary, Redensartenindex usw. auftauchen, da hilft mir immer google ganz gut, oft aber auch nicht. Wer bessere (vor allem kürzere) Beispiele findet, die nicht schon in Gebrauch sind, sollte die langen dann ersetzen.

Als Einleitung zu den Beispielen kursieren 'z.B.' (admin) oder 'Bsp.' (meine Wenigkeit) und vielleicht noch anderes. Ersteres ist 'Duden-falsch', der Duden erwartet ein Leerzeichen, also 'z. B.', aber kein Mensch hält sich gottseidank daran, das sieht nämlich echt 'doof' aus, 'Bsp.' - dachte ich - wird eine Privatabkürzung meinerseits sein und ist nicht so üblich wie 'Beisp.', es steht aber in Wikipedia als zulässige Abkürzung. Es wäre vielleicht sinnvoll, sich da auf einen einheitlichen Standard zu einigen. Ursprünglich wollte ich mal die Kommentare ganz kurz halten, dann wurden die Beispiele immer länger und ich hab's beibehalten. Inzwischen denke ich, die zwei Buchstaben weniger als in 'Beisp.' machen den Kohl auch nicht fett.

Als Separator zwischen den einzelnen Beispielen benutze ich bei Aufzählungen von Wörtern oder kurzen Wortgruppen das Komma, gelegentlich untergruppiere ich die mit Semikolon. Wenn es mehrere Sätze in verschiedenen Sprechsituationen sind, finde ich inzwischen den senkrechten Strich = | ganz gut. Der ist besser geeignet als das Semikolon, Punkt und Bindestrich. Semikolon kann aussehen wie 'das Beispiel geht noch weiter', ähnlich wie Punkt ('ein neuer Gedanke wird an den ersten angekoppelt') und Bindestrich ('Sprecherwechsel beim Dialog'), außerdem ist egal, ob nach dem | groß oder klein weitergeschrieben wird, was Vorteile bietet.

.........

Bemerkung am Rande: Ich korrigiere inzwischen ziemlich viel bei einzelnen Beiträgen herum. Jetzt gibt es wieder das Kommentarfeld, gut, aber ich kann nicht jede einzelne Änderung kommentieren, das hält zu sehr auf. Ich finde vieles in OT unpräzise, schief, nicht richtig zusammenpassend, undifferenziert, unausgegoren. Wer meint, dass ich ihm auf die Füße getreten bin, kann ja hier mit mir darüber diskutieren.
Kann eigentlich nur ein Versehen sein, oder weiß irgendwer, was das hier bedeutet:

http://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/177 ?
Ich hab so meine liebe Not mit einigem, was ich in OT finde, vieles passt nicht so recht zusammen. Unter anderem bei den Gegenteilen, und ich nehme da jetzt die Sachen raus, die m.E. überhaupt nicht passen. Leider lässt sich das nicht kommentieren, ich hätte in jedem einzelnen Fall eine Begründung abzugeben, damit diese Änderungen nachzuvollziehen sind. Das könnte ich hier im Forum tun, aber meiner Erfahrung nach lesen das diejenigen, die es angeht, sowieso nicht, zumindest seh ich da selten mal ne Reaktion, und es ist auch via Forum zu aufwendig, dazu gibt es einfach zu viel Unpassendes...
Das Beispiel bei 'sich baden in' (siehe http://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/31498) passt nicht zum Rest der Gruppe. Die anderen angeführten Beispiele sagen, dass es hier um starke, z.T. auch theatralisch inszenierte Gefühle und Gefühlsäußerungen geht. Oder andersrum: Man kann in Geld baden ('in Geld schwimmen' hätte ich vorgezogen), aber nicht 'vor/in Geld vergehen / zergehen / zerfließen...'. Wohl aber kann man sich in seinem Liebeskummer baden, vor Liebeskummer vergehen / zergehen / zerfließen, in seinem Liebeskummer absaufen oder versinken, und je nachdem, was man da nimmt, passt mal das eine oder andere aus der Serie mehr oder weniger, aber 'in Geld baden' im Sinne von 'mit Geld zugeschüttet werden', so in etwa im Sinne von http://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/31499 , ist ne ganz andere Geschichte.
So steht es geschrieben in http://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/9424. Ich versteh's nicht, sonst jemand? Beispiel?
Ich hab's schonmal gesagt und ich sag's nochmal: An ein Wort eine ganze Staffel von Gegenteilen zu hängen, die alle auf dieselbe Gruppe verweisen, ist nicht nur optisch irritierend, sondern auch inhaltlich wenig bereichernd. Man kann sich wirklich fragen, ob sowohl Lethargie als auch Apathie, Gleichmut, Teilnahmslosigkeit und Trägheit einen gleich starken Beitrag leisten, um das Profil von 'Temperament' schärfer hervortreten zu lassen, vor allem in Abgrenzung zu den anderen Wörtern der Gruppe. Ich nenne mal aus dem Handgelenk und ohne langes Nachdenken - sonst kämen sicherlich andere Ergebnisse heraus - ein paar andere mögliche 'Gegenteile': Lethargie > Munterkeit - Apathie > Aufgedrehtheit - Gleichmut > Leidenschaftlichkeit - Teilnahmslosigkeit > (innere) Beteiligung, Anteilnahme - Trägheit > Aktivität. Nach meiner Vorstellung gibt es pro Wort genau ein Gegenwort, was in der jeweiligen Gruppe 'den Nagel auf den Kopf' trifft, um den in Rede stehenden Bedeutungsaspekt ins Gegenteil zu verkehren, und das muss 'nur' gefunden werden. Ein ganzer Schwanz von Gegenwörtern, an ein einziges Wort angekoppelt, verwässert das Bedeutungsprofil dieses Wortes und führt zu sehr unschönen Ergebnissen, wenn man nämlich mal die Gegenteile aufruft. Man fragt sich (zumindest ich frage mich), was das soll.

Wäre ich Admin würde ich das Eintragen von mehreren aus ein und derselben Gruppe stammenden 'Gegenteilen' bei einem Wort blockieren oder auf maximal zwei beschränken. Man bekommt die anderen ja sowieso angezeigt, wenn man die Maus draufhält.
Ich möchte noch einmal daran appellieren, durch bloßen Zusatz von 'nicht' und 'un...' regulär abgeleitete 'Gegenteile' tunlichst zu vermeiden - hab gerade in einer einzigen Gruppe drei solcher Plattitüden entdeckt, sorry, aber ich bin ziemlich genervt davon, nämlich: 'nicht ins Gewicht fallend' ist das Gegenteil von 'ins Gewicht fallend', 'wichtig' ist das Gegenteil von 'nicht wichtig', und 'groß' ist das Gegenteil von 'klein'. Was soll dieser Quatsch? Damit macht man sich lächerlich und weiter nix.

Hier mal noch so'n Beispiel mit viel Blau und wenig Information: http://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/9573
Ach so, war mir durch die Lappen gegangen. Also so'ne Insidersprache für Verleihmitarbeiter, Filmvorführer, Cutter oder wer auch immer mit den Filmspulen zu tun hat, da kann ich natürlich nix zu sagen. Hab mal 'n Jahr bei der Post gearbeitet. Die großen Briefe (ab C4-Umschläge) und Zeitschriften hießen da 'Langholz', und das Trinkgeld hieß 'Spucke' (Na, heute wieder viel Spucke gemacht?) - damals wurden die Renten teils noch vom Postboten ins Haus geliefert... Wie auch immer, ich werd' 'Langholz' und 'Spucke' nicht als Synonyme für 'Großbrief' und 'Trinkgeld' in OT eintragen... Vielleicht 'Neujährchen'?... Nu, wenn der Duden Zelluloid als Jargon für 'Filmmaterial' kennt, muss ja was dran sein. Da hätte ich gerne mal ein Beispiel gehabt, nur interessehalber. Ich seh grad: Duden nennt als Beispiel 'etwas auf Zelluloid bannen' - na dit hamwa ja, aber für 'fotografieren', da bin ich ja beruhigt.
Es steht geschrieben in OT, dass Zelluloid eine umgangssprachliche Bezeichnung für Kinofilm respektive Spielfilm sei. Ich mag das nicht glauben. Gibt's Beispiele? 'Gestern hab ich mir im Astra ein Zelluloid angesehen.'?
Beispiel Hund: Da treten als Unterbegriffe die nach oben offene Liste der Hunderassen auf. Dann gibt's spezielle Bezeichnungen für kleine Hunde (Zamperl, Fiffi), und aggressive Bezeichnungen wie Mistvieh und Töle. Als eigene Untergruppen gehen die in den Hunderassen unter. Also doch in die Basisgruppe rein?
Bei Insekt wurde 'Entomos' als 'fachsprachlich' eingetragen. Nun, es gibt die Entomologie, aber gibt's auch das Wort 'Entomos' im Deutschen?
In OT gilt sie, die Duden-Rechtschreibung. Das hält einem manche überflüssige Diskussion vom Hals. In einigen Redaktionen wird im Rahmen einer eigenen Haus-Rechtschreibung mit überlegenswerten Gründen davon abgewichen.

Ich persönlich kann einigermaßen damit leben, auch in Fällen, wo ich anders entscheiden würde oder wo die Duden-eigenen Regeln nicht konsequent angewendet werden oder wo sie in sich inkonsistent sind - Schwamm drüber... Hier und da stören sie mich aber extrem, und das ist der Fall bei 'topsecret'. Ich wage zu behaupten, dass der größte Teil der Schriftmächtigen im Lande den Begriff nach der englischen Fasson schreiben würde, also als 'top secret', es sei denn er stößt durch einen dummen Zufall auf die Duden-Version oder gehört zum Redaktionsstab dieser Verlagsanstalt.

Kurz gesagt: 'topsecret' sieht für mich einfach nur doof aus - Rechtschreibung hat auch eine rechtschreiblich-ästhetische (und eine zusätzlich eine typographisch-ästhetische) Komponente - und ich für meinen Teil wäre souverän genug, mich an diesem und vereinzelt auch an anderen Punkten über die Duden-Rechtschreibung hinwegzusetzen - zumal die Duden-Schreibweise in OT nicht gefunden wird, wenn der Begriff so eingetragen ist, wie ihn ein unbefangener Schreiber eintragen würde.
Ich persönlich finde manche Wörter einfach schrecklich, und das hier gehört definitiv dazu. Falls jemals eine Liste der schrecklichsten Wörter von OT in die Statistik eingeführt wird, beantrage ich vorsorglich, dieses Wort darin aufzunehmen und ihm einen prominenten Platz zuzuweisen.

Wer es sich nicht denken kann: Das soll ein Kosename sein. Wer träumt nicht davon, von seinem Lover so genannt zu werden...
 
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