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Es gibt mehrere Ausdrücke für 'Männer' im Plural. Die könnte man bei 'Mann' (Singular) mit aufführen oder extra packen. Ich hab sie jetzt mal rausgezogen. In der OT-Logik sind das aber weder Unterbegriffe noch Assoziationen, es sind einfach Wörter oder Wendungen mit dem Inhalt 'Plural von Mann'. Die Unterbegriffe bei Mann sind sowieso eine etwas merkwürdige Versammlung... jedenfalls: Es gibt keine Möglichkeit, den etwas engeren Bezug der Gruppe 'Mann' ... ah, da fällt mir was ein, vielleicht geht's ja so, siehe http://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/1773 - ... also ehrlich nicht so recht überzeugend, a) weil diese Verweise keine Hyperlinks sind und b) weil die OT-Gruppen kein 'Kopfwort' im Sinne eines Titelstichworts haben und man solche Verweise dann 'irgendwo in der Gruppe' suchen muss bzw. zufällig auf sie stößt.
Hallo Kollege,

Deine Antwort hat mich sehr gefreut, zumal ich mir hier vorkomme wie ein Rufer in der Wüste.

Ich möchte möglichst kurz antworten. Was die Assoziativität als solche angeht, bin ich Deiner Meinung. Die halte ich gerade bei einer Synonymsammlung für außerordentlich wichtig. Auch diese Vorstellung der Untereinander-Vernetzung aller Wörter kommt mir sehr entgegen. Auch der Ansatz, dass Du Dich flexibel ausdrücken können möchtest, liegt voll und ganz auf meiner Linie.

Nur: OT ist in erster Linie eine Synonymsammlung, die Antonyme sind ein zusätzliches Feature. Es geht also zunächst mal darum, immer möglichst viele Synonyme zusammenzubekommen, weniger um die Gegenteile. Was man mit den Gegenteilen überhaupt machen kann, ist mir noch nicht so ganz klar. Manchmal mag das hilfreich sein, wenn man nach einem Ausdruck sucht in einem Kontext wie 'ganz und gar nicht nicht a, sondern im Gegenteil x'.

Dass in OT noch sehr vieles fehlt: Oh ja. Ich stoße immer wieder sogar auf Allerweltswörter, sogar aus dem Grundwortschatz, die hier nicht vorkommen.

Es müssen auch nicht zwei Antonyme reichen. Aber immerhin stehen die Wörter ja immer in einer Gruppe, deren Bedeutungen sich nicht voll entsprechen, da könnte man ja überlegen, welches Gegenteil besser zu welchem Wort der Gruppe passt und nicht alles an ein Wort hängen.

Ich finde übrigen die Methode Deiner Gegenteils-Auswahl ziemlich gut. Als es hier mit den Gegenteilen losging, kamen erst mal praktisch ausschließlich Trivial-Antonyme à la groß > < klein, die niemand braucht, weil sie entweder schon im Kindesalter beim Mutterspracherwerb aller Sprachen erworben werden, oder weil sie mit ganz regulären syntaktischen und Wortbildungsmitteln abgeleitet werden können (nicht verantwortlich > < verantwortlich, unverantwortlich > < verantwortlich - so in dem Stil, hab ich mir jetzt ausgedacht, aber solche Klöpse gab's und gibt es reichlich, wobei das Gegenteil von 'unverantwortlich' für mich eher 'verantwortungsvoll' wäre). Aber wohin führt es, wenn Dein System ausgebaut wird? Soll etwa bei http://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/24914 jedes Wort der Gruppe mit demselben Satz an Gegenteilen versehen werden? Welche Zusatzinformation oder Hilfe würde das bieten? Man kann das auch im Einzelnen betrachten, das mache ich später.

Von wegen Nicht-Gegenteilsfähigkeit: Was wäre das Gegenteil von Auto? Etwas Pferd? Oder Schusters Rappen? Oder Wasserflugzeug? Naja, ich denke Du verstehst was ich meine, es gibt Wörter, denen sich kein sinnvolles Gegenwort zuordnen lässt. Und manchmal landet sowas trotzdem als Gegen-Wort in einer der assoziativen Gegenteils-Sammlungen, und in der Menge geht das unter und fällt nicht weiter auf. Einen solchen Fall gab es in der Gruppe http://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/32140, da war 'Emanzipation' als Gegenteil von 'Hierarchie' eingetragen. 'Emanzipation' ist m.E. so ein nicht gegenteilsfähiges Wort, höchstens in einer verkehrten Welt, in der Menschen dafür kämpfen, unterjocht zu werden. Ich möchte das später begründen, nicht hier.

Dass viele Wortgruppen inkonsistent sind: Ja, leider. Vielleicht kannst Du ja auch mithelfen und die vernünftig aufteilen?

Und jetzt noch einmal der Verweis auf eine Deiner Schöpfungen: http://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/4291 . Ich kann dir nur empfehlen, schau Dir auch mal die Gegenseite Deiner Einträge an. Und jetzt sage mal: Wie wirkt das auf Dich, so wie es da steht mit fünf mal 'moderat' als Gegenteil? Wieso nicht auch mal 'mäßig'? Ja, auch diese Gruppe erscheint mit inhomogen, wahrscheinlich gab es mal irgendeinen oder zwei Kontexte, in welche diese Synonyme gut reinpassten, aber die sind nicht vorhanden (keine Beispiele), da kann man nur rätseln. Um was sollte es gehen? Um einen emotional gefärbten Ausdruck von Beeindruckung durch Größe? Wäre das Gegenteil 'Beeindruckung durch Geringfügigkeit' oder 'Gelassenheit angesichts im Rahmen bleibender Werte'? Ich überlege mir Kontexte: enorme Verluste - moderate Verluste, okay, ebenso bei den anderen, also passt schon irgendwie. Außer krass, da sollte das Gegenwort auch jugendsprachlich sein, und sowas gibt's wahrscheinlich nicht, da geht's ja auch verbal allzu oft nur um den starken Auftritt, mit 'wenig beeindruckend' halten sich die jungen Herrschaften nicht lange auf. Trotz und alledem, ich find's einfach nicht 'schön', es wirkt monoton, liefert keinen Informationsgewin. Und genau deswegen denke ich, besser nur ein oder zwei Gegenteile pro Wort, und schon gar nicht Gegenteile aus derselben Gruppe, denn das hat ja unser lieber Admin schön so eingerichtet, dass man nur die Maus drüberhalten braucht und schon kriegt man die restlichen auch geliefert.

Und das wär's ja überhaupt: Wieso nicht diese vielen Gegenteils-Assoziationen daraufhin checken, ob sie als Gruppe schon da sind? Und nachtragen, was fehlt?

Denn, wie gesagt, es geht hier primär um Synonyme, die Gegenteile sind 'schmückendes Beiwerk'.

Ein Stück weit ist das wohl auch eine Sache der Erfahrung. Ich hatte am Anfang Riesengruppen gemacht, die hab ich inzwischen zu einem großen Teil wieder zerlegt, und sowas mache ich nach Möglichkeit nicht mehr, schon aus Gründen der Übersicht. Vielleicht wirst Du mit der Zeit besser verstehen. Denn während man mit OT arbeitet, verändert sich die Einstellung zum Projekt, und zwar ganz erheblich.

So viel fürs Erste. Über weitere Einzelheiten können wir uns dann immer noch am konkreten Beispiel auseinandersetzen.

In diesem Sinne cheerio: old Joe
Okay - aber siehste mal, wie sehr Stilebenenzuordnung und Reihenfolge zusammenhängen...
Hab's mir vorab kurz mit drei Suchen (wandern, gehen, ziehen) angesehen: Man hat jetzt nicht mehr so viel auf einmal im Überblick, wegen der rechten Spalte vor allem (auf die ich ungern verzichten würde), aber auch weil die blaue Schrift ziemlich groß ist. Und auch, weil jetzt die Kurzversionen von Ober- und Unterbegriffen und Assoziationen mit dabei sind. Könnte man letztere nicht als Option ab- und zuschalten? Aber in dieser halbspaltigen Version brächte das auch nicht superviel.

Außerdem ist wie immer die Reihenfolge ein Problem. Die 'erste' Bedeutung von 'gehen' - das woran jeder sofort denk, wenn er sagen soll, was 'gehen' bedeutet - erscheint als zweite, bei 'ziehen' genauso, das hört sich gut an, kann aber Zufall zu sein. Mit der Zeit wird das ein Problem werden, die Teilwort-Trefferlisten sind bei beiden Verben sehr lang. Irgendwann wird man die einzelnen Gruppen in eine Reihenfolge bringen müssen, vorläufig geht's noch.

Insgesamt war das alte System bei vielen möglichen Treffern zwar knapper, aber überschaubarer: alles kompakt in einer Box, mehr basics, und auf einem Bildschirm.

Bei 'Wasser' tauchen vorne in der Teilwort-Trefferliste (>> Mehr Teilwort-Treffer) einzelne Elemente in schwarzer Schrift auf, die keine Hyperlinks sind. Auch bei der 'alten' Suche.

Das Tempo ist bei meinem Rechner okay, ich hab ne 6000er Internetverbindung und mein Rechner ist nicht der allerlangsamste, aber superschnell ist der auch nicht.

Ich kann bis jetzt für mich nicht sagen, dass ich mir das Neue so schnell wie möglich wünschen würde. Aber logischer wär das schon...
Das wäre dann: ?Alle Romane sind ein literarisches Genre. Könnte man verstehen als: Alle Romane zusammengenommen bilden ein literarisches Genre. Knirschen tut's schon, aber ob jeder das auch mitkriegt? Bzw.: War das denn so gedacht mit dem Test?

Anderes Beispiel: 'warm' und 'heiß' sind (grob gesagt) 'Kälte-/Wärme-/Hitzegrade' oder 'gradierbare Temperaturbezeichnungen'. Dennoch wären 'Kälte-/Wärme-/Hitzegrad' oder 'gradierbare Temperaturbezeichnung' nicht der Oberbegriff für 'warm' und 'kalt', das wäre vielleicht ein - ziemlich missgestaltetes - 'höhertemperaturig', aber sowieso kämen beide ja nicht in derselben Gruppe vor.

Anderes Beispiel: gehen laufen wandeln spazieren... Oberbegriff wäre nicht 'menschliche nicht fahrzeuggestütze langsame Fortbewegungsarten', sondern 'sich (langsam fußläufig) fortbewegen (Mensch)'. D.h.: Obwohl 'gehen' eine 'Fortbewegungsart' ist, ist 'Fortbewegungsart' nicht sein Oberbegriff (im Sinne von OT). Analog eventuell: Obwohl 'Roman' ein 'Genre' ist, ist 'Genre' nicht der Oberbegriff zu 'Roman' (sondern: literarisches Werk, Buch, literarisches Produkt, Produkt der Buchindustrie, narrativer Text in Buchform mit mehr als ... Seiten, fiktionaler Text ... je nach Perspektive).

In meinem Ausgangsposting dazu hatte ich geschrieben, 'Thriller' = 'Genre' entspräche 'Thriller' = 'Oberbegriff', also sowas wie eine Tautologie oder eine Zirkularität. 'Genre' ist nur der Klassifikationsbegriff für Literatur (und Filme und Comics und...), so wie in der Botanik die Pflanzen eingeteilt werden in Sorten, Arten, Gattungen, Familien, Ordnungen usw. In der Literatur hätten wir die drei Großgattungen Epik - Dramatik - Lyrik (vergleichbar den Reichen der Lebewesen wie Tierreich und Pflanzenreich), die sich jeweils in diverse Kleingattungen unterteilen lassen, wobei eine Kleingattung wie 'Roman' als Element der Epik sich in diverse Sub-Genres unterteilen lässt. Nun, und OT benutzt mit seinen Über- und Unterordnungen weder Reiche noch Gattungen noch Familien noch Genres sondern nur manifeste Repräsentanten auf den verschiedenen Hierarchiestufen, die idealtypisch einer 'monophyletischen Gruppe' entsprächen (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Kladistik#Verwandtschaftsverh.C3.A4ltnisse), d.h. jedes Element einer höheren Hierarchiestufe schließt alle Elemente der darunterliegenden Ebene ein: Alle Butterblumen und Eisenhüte und Rittersporne und Buschwindröschen und ... sind Hahnenfußgewächse; analog: Alle Liebesromane und Abenteuerromane und Entwicklungsromane und Fantasyromane und Kriminalromane und ... sind Romane. Aber nicht: Der Rittersporn ist eine Art, auch nicht: Krimi ist ein (Roman-)genre.

Also: Es soll nicht eine Stufenbezeichnung über- (oder unter-)geordnet werden, sondern - sofern vorhanden - ein möglichst auch gebräuchlicher Bezeichner für eine begriffliche Realisation auf dieser Stufe: Fahrzeug > Landfahrzeug > motorgetriebenes Landfahrzeug > Pkw > Cabrio. Und nicht: Fahrzeuggattung, Fahrzeugbauart, Karosserietyp oder was auch immer.

Und du hast recht: Das Wort Roman ist beides. Einerseits ist es eine Gattung innerhalb der Epik (http://de.wikipedia.org/wiki/Epik#Formen_der_Epik), und lässt sich weiter unterteilen (http://de.wikipedia.org/wiki/Roman#Gattungen_und_Genres_des_Romans), andererseits wird es für Einzelexemplare dieser Gattung und aller seiner Unterarten benutzt. Es ist auch insofern unproblematisch. Aber die Begriffe 'Gattung, Großgattung, Genre, Subgenre' sind als Oberbegriffe in OT ungeeignet, denn sie bedeuten quasi nichts weiter als 'Oberbegriff' und 'Unterbegriff', bzw. bezeichnen sie die Einteilungsmöglichkeit an sich.

Leider treibt OT es mit seiner Einteilungslust an einigen Stellen recht weit und gelangt zu so herrlichen Oberbegriffen wie 'Charakter · Einzelwesen · Individuum · Mensch · Person · Persönlichkeit · Subjekt · Typ' mit einem unüberschaubaren Haufen von 'Unterbegriffen'. Wir hatten schonmal so einen etwas speziellen Mitstreiter, der hatte sich auf die Farbe 'Rot' kapriziert und kam dann mit ein paar hundert Wörtern für Rot angeschoben. Da kann man dann nicht so viel mit anfangen logischerweise.
Die sprudeln nur so. Das Problem mit diesen Gegenteilen ist: Die sind alle nicht 'falsch', aber es sind ziemlich oft Assoziationen, sie sind nicht klar konzipiert sondern heften sich mehr oder weniger locker an das Ausgangswort, und zwar in der Regel als ganze Staffel.

Das führt dann bei der Gegenseite bzw. Gegengruppe dazu, dass ein und dasselbe Wort mehrmals als Gegenteil bei verschiedenen Wörtern figuriert, schön in blau, damit man's auch sofort sieht, also optisch aufdringlich. Da frage ich mich erstens: Wieso diese doppelte und dreifache Information, ist das nicht redundant? Zweitens frage ich mich: Sind die Bedeutungen der Wörter im Deutschen so wenig differenziert und nuanciert, das ein einziges Gegenwort für ein ganzes Bündel von Bezugswörtern ausreicht, um prägnant deren Gegenteil zu bezeichnen? Das sind sie natürlich nicht. Also sind diese Gegenteile in ihrer Anlage eben nicht prägnant, sondern assoziativ, denn an prägnanten Gegenteilen gibt es pro Wort in einer Gruppe höchstens ein oder zwei oder auch schonmal drei.

Wieder zurück in der Ausgangsgruppe kam dieser Effekt ja dadurch zustande, dass zu einem gegebenen Wort mehrere Gegenteile aus einer Gegen-Gruppe hintereinandergehängt werden. Da frage ich mich wiederum: Sollte man nicht wenigstens den Versuch unternehmen, die - natürlich passend - zu verteilen? Es geht natürlich schneller, wenn man alles Gegenteilige an ein einziges Wort dranhängt.

Außerdem kam es vor, dass zwar ein 'richtiges' Gegenteil eingesetzt wurde, aber in einer falschen Bedeutung, indem nämlich die Bedeutung einer falschen bzw. nicht optimal geeigneten Gruppe als Gegenteil herangezogen wurde.

Und: Zuweilen werden Wörtern Gegenteile verpasst, die gar nicht gegenteilsfähig sind.

Wenn diese Art der Gegenteil-Zuordnung fortgesetzt und von anderen übernommen würde, gäbe es bald mehr Gegenteile als Ausgangswörter, und zwar alles doppelt und dreifach hübsch bei jedem Wort praktisch dasselbe Gegenteilssortimenrt eingetragen. Das kann ja nicht die Idee gewesen sein, als Gegenteile in OT eingeführt wurden.

Da die Vorschläge von GuenterGeisterbahn aber auch nicht grundfalsch sind, ist es unglaublich aufwendig, da hinterherzuräumen und zu versuchen herauszufinden, was er möglicherweise gemeint hat bzw. das klarer zu machen.

Ich finde das zwar gut, dass dieser Kollege sich so engagiert, aber man kann das, wie ich meine, auch nicht alles so stehenlassen. Es wäre andererseits eine Überforderung, diese Cluster von Gegenteilen einzeln mit ausführlicher Begründung besser zu platzieren. Ich werde in Zukunft nach dem Prinzip 'einer oder zwei müssen reichen' kurzweg entfernen, was nicht passgenau ist.

Im übrigen fände ich es angezeigt, dass endlich auch mal jemand anders sich dazu äußert, ich hatte das schon mehrmals angesprochen. Bin ich der einzige, der das so sieht? Jage ich einer fixen Idee hinterher?

Hier auch mal ein Beispiel: http://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/24914
und noch eins: http://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/30650
und noch eins: http://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/3255
und noch eins: http://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/6104
und hier eine der Gegengruppen: http://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/4291
und noch eine der Gegengruppen: http://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/3921
Stimmt, nur: Es geht um meiner Idee nach das 'irgendwas gerne sein', weniger um ein 'irgendwas gerne haben (wollen)', wobei es da Übergänge gibt: '...liebäugelt mit einem Vorstandsposten', d.h.: 'wäre gern ...', also: 'würde gerne Vorstand sein', oder aber 'möchte den Job gerne haben'.

Man kann ja als Mensch das in seiner Fantasie antizipieren, oder auch die Fantasie an die Stelle der Realität setzen: Er gefiel sich in der Vorstellung, in seinem Laden eines schönen Tages derjenige zu sein, der sagt wo es langgeht. (Daraus wurde aber nie was, bzw. es waren von vornherein Tagträumereien im Stil von Walter Mitty.) Da würde 'er liebäugelte mit der Vorstellung...' wohl passen.

Ich hab das vorerst in zwei Gruppen = Realität vs. Fantasie aufgespalten, ist noch nicht perfekt.
Wer sich zutraut, da mal Ordnung reinzukriegen, nur zu. Hier gehen eher technische Definitionen, Handelsbezeichnungen und Regionalismen wild durcheinander, ich wüsste nicht, wie man das in irgendein vernünftiges System bringen kann. Kriterien sind Dicke (Durchmesser) [Trosse Seil/Tau Strick Kordel/Schnur Faden Zwirn/Garn], Rundung/Flachheit [flach sind Band, Gurt, Textilstreifen, Borte, Tresse, wahrscheinlich auch Riemen, die anderen rund], Material [Kunststoff, Hanf, Sisal, usw.], Verwendungszweck [zum Paketschnüren, Schuhbinden, Tragen, Abbinden, Lasten-heben, Provisorisch-reparieren, Abschleppen, Trainieren, Segeln, Ballonfahren, Klettern, Fallschirmspringen, Angeln, Fischen usw., und die ganzen Elektro- und Kommunikationskabel nicht zu vergessen!], die Verzwirnung, verschiedene Effekte und Veredelungen, und dann die üblichen Unterscheidungen in Regionalismen von Südtirol bis zur Waterkant, nach Altersklasse von aussterbend bis babysprachlich, nach Stilebene von prollig bis Universitätsprofessor/bildungssprachlich und noch so einiges andere mit Sicherheit.

Hier mal ein Beispiel für 'Schuhe-zubinden': http://www.atlas-alltagssprache.de/runde-4/f10/. Eigentlich hat man mit 'Schnürsenkel' und 'Schuhbändel' fast den ganzen deutschen Sprachraum abgedeckt. Beide sind aber regional. 'Schuhband' wirkt regions-neutral, ist aber tatsächlich primär österreichisch. Na und da könnte man das für alles mal durchgehen, nur gibt's da kaum Daten, und sowieso: wozu?

Ganz aufschlussreich für den Anfang sind auch die Anmerkungen in http://de.wikipedia.org/wiki/Seil#Bezeichnungen, z.B. dass geflochtene Metalldrähte (außer Kabel-Adern) immer 'Seil' heißen und dass es in der Seefahrt keine Seile gibt.

Der Duden macht da keine feinziselierten Unterschiede, da werden vorrangig die Wörter aufgezählt und wer mehr wissen will, muss sich halt umsehen. Textilfachverkäufer würden hier wohl auch nicht weiterhelfen, die reichern das ggf. noch mit für den Handel konzipierter Kunstsprache an, hier geht's aber in erster Linie wohl um 'normales Deutsch' und weniger um Fachsprache.

Also ich krieg da kein System rein.
Hab ich dann gemacht, oben steht jetzt 'totes Gleis', und eben das meinte ich bei http://www.openthesaurus.de/jforum/posts/list/227.page und http://www.openthesaurus.de/jforum/posts/list/219.page.
... zu finden bei http://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/9786 - für mich wirkt dieser Eintrag etwas befremdlich, zumal als ganz oben stehendes 'Leitwort'.

Wenn ich drüber nachdenke, irritiert mich daran wohl, dass es mir nicht lexikalisiert erscheint, beide Teile sind beliebig ersetzbar, ohne den Sinn groß zu ändern: bestimmte Aspekte = verschiedene Gesichtspunkte = einzelne Punkte = einige Momente = manche Perspektiven = gewisse Sichtweisen usw. (Berührt sind auch Ausdrücke wie '(in) verschiedenen Hinsichten' oder 'manches'.) Die genannten sind fast beliebig untereinander kombinierbar, google-Treffer finden sich mal mehr, mal weniger, wohl nie mehr als 500.

Also ohne schlagendes Beispiel versteh ich nicht so recht, was 'verschiedene Aspekte' dort zu suchen hat. Vielleicht hab ich's auch mal selbst eingesetzt?
Witzig! Hab selbst mal hier: http://www.openthesaurus.de/jforum/posts/list/222.page ein analoges Problem darzustellen versucht (im ersten Abschnitt), aber so elegant wie du hab ich's längst nicht hingekriegt. Ist mühselig zu lesen, weil ich's nicht so knackig auf den Punkt gebracht bekommen hatte. Der Fall hier: 'Genre / Literaturform' ist ein Oberbegriff zu 'Thriller'.
Hier: http://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/32084 gibt es eine schöne Liste von Bezeichnungen für Bahngleise mit wahrscheinlich einem Prellbock am Ende. Die hab ich alle noch nie gehört, bis auf eins. Welche davon werden im täglichen Reden tatsächlich benutzt, wenn man den Bedarf hat, von dieser Art Gleis zu reden? Mir selbst fiele nur das eine ein, das ich bereits kenne. Das wird auch gerne figurativ benutzt, ebenso wie 'Abstellgleis'. Sollte man das nicht irgendwie hervorheben oder als den einem durchschnittlichen Publikum geläufigen Ausdruck kennzeichnen? Möglicherweise sind ja auch alle anderen fachsprachlich? Ich vermute das jedenfalls stark. Vielleicht bedeutet der geläufigere Ausdruck aber eher 'stillgelegtes Gleis'? Schwierig. Mein Problem dabei ist: Das Normale geht zwischen Fachwörtern und Berufsjargons unter. Was mögen wohl Eisenbahner sagen, so bei der Arbeit, sagen wir ein Rangierer, ein Lokführer, ein Wärter im Stellwerk oder ein Fahrdienstleiter? Kann schon sein 'Stumpfgleis'. Wie würde Otto Normalverbraucher das bezeichnen? Vielleicht 'Gleis mit Prellbock am Ende' oder 'Gleis, das nicht weiterführt' oder 'Sackgasse bei der Eisenbahn' . Ich glaub, in der Normalsprache gibt's da eine Leerstelle. Der Duden kennt von den fachlichen Ausdrücken nur das 'Sackgleis', der Wikipedia-Artikel läuft unter dem Titelstichwort 'Stumpfgleis', auch mal interessant am Rande.
synonymfresser hat 'Haltestelle' als 'österr./südtirol./schweiz.' eingeordnet. Vielleicht meint er Bahnhöfe? Jedenfalls bei uns im Ruhrpott und weit darüber hinaus ist das das ganz normale Wort für Busstop und analog für die Straßenbahn. Das übrigens noch weiter in Ober- und Unterbegriffe einzuteilen halte ich selbst für übertrieben, aber so ist das nun mal bei OT, sonst kommen wieder Kommentare à la 'eine Bushaltestelle ist keine Straßenbahnhaltestelle ist keine U-Bahn-Station', nein nein nein, das sind sie nicht, das wollen wir fein unterscheiden, obwohl es doch alles für dieselbe Funktion steht, nur halt für verschiedene Verkehrsmittel.
Bin sehr gespannt!
Die sind ja nicht 'falsch' einsortiert, die sind nur gelabelt, und zwar nicht völlig willkürlich, sondern nach bestem Ermessen und so passend wie möglich. Wie sonst kriegt man Exotenwörter weiter nach hinten, die am Kopf der Liste einfach nur stören und beim User ne falsche Aufmerksamkeitsausrichtung herstellen so dass er denkt, er hat da vielleicht was Falsches angeklickt. Also schicke ich Fremdwörter oder Seltenes per 'gehoben' weiter nach hinten.

Das mit der Nicht-Auffindbarkeit versteh ich nicht, die Teilworttreffer-Suche und überhaupt die Suche findet doch das Wort sowieso, egal ob ein Wort nun 'gehoben' oder sonstwie klassifiziert ist. Oder an was dachtest du?

...

Einschub zur Stilschicht-Zuordnung: Die wird hier in OT, das muss man leider sagen, ziemlich frei nach Schnauze vorgenommen, nur gelegentlich gibt's 'n Verweis auf Duden, wo die Leute ja durchaus auch Fehler machen können. Ist z.B. ein seltenes Wort ('selten' nach google, google ngram viewer oder wortschatz.uni-leipzig.de) 'gehoben', oder nur in bestimmten Kontexten gehoben, oder bleibt es unmarkiert und damit 'ganz normal'? Was ist mit der Abgrenzung zwischen all dem Fachvokabular, das per se selten ist, und gehobenem Sprachgebrauch, nehmen wir nur den Medizinerjargon? Wie steht es mit farbiger und bildkräftiger oder auch nur redensartlicher Sprache, die hier regelmäßig 'umgangssprachlich' genannt wird? Gibt es einen Unterschied zwischen umgangssprachlicher und gesprochener Sprache? Wieso ist so vieles, was man in der Zeit und anderen Printmedien findet, hier umgangssprachlich? Und und und... irgendwann werde ich das mal genauer unter die Lupe nehmen.

...

Bezogen auf das Ausgangsproblem würde ich meinen: Am besten wäre das Kopfwort auch das semantische Kernwort der Gruppe, dann würde sich so ein Problem gar nicht stellen. Andererseits, mit den Möglichkeiten der Programmiertechnik, könnte man sowieso im Endausbau zu noch besseren Lösungen gelangen. Im Grunde ist die ganze Synonymisiererei der Versuch, alle denkbaren assoziativen Brücken zwischen Wörtern so gut wie möglich abzubilden. Kopfwort wäre etwa das Suchwort des Users, zentral angeordnet, dem z.B. in Form einer Wortwolke zugeordnet wäre, was bei diesem Wort an Synonymen, typischen Verwendungsweisen, Antonymen, Assoziationen usw. näher oder ferner liegt. Vorerst haben wir aber eine Synonymsammlung mit starren Gruppen, da ist das Suchwort immer irgendwo in der Liste, und diese Liste passt immer nur mehr oder weniger - genau wie die Synonyme selbst.

[Hier mal ein Beispiel, an was für eine Art von Wolke ich denke: http://www.music-map.com/ - einfach den Namen eines Musikers eingeben, auf die Lupe klicken, auf der linken Seite ist dann erklärt, wie das funktioniert bzw. wie die Wolke zustandekommt...]
 
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