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Hab's grade selbst mal ausprobiert: Die Sache mit dem "Mit..." hat den entscheidenden Nachteil, dass man jetzt den Mitchristen nicht mehr findet, und den Mitmuslim und Mitjuden ebenfalls nicht. Das ist natürlich auch ne Lösung...

Diese Wörter werden vermutlich als irgendwie synonym empfunden. Dazu zwei drei Anmerkungen:

Ein Rasen ist eine für überwiegend menschliche Nutzung angelegte Grünfläche zum Aufenthalt im Freien, ggf. für Sport. In der freien Natur gibt es keine Rasenflächen, dort würde man von Grasland sprechen. 'Rasen' bezeichnet auch den Rasentyp, denn je nach vorgesehener Verwendung werden verschiedene Grassorten-Mischungen eingesetzt (Zierrasen, Gebrauchsrasen, Sportrasen, Golfrasen usw.); die Standardmischung bei Anlage einer innerstädtischen Rasenfläche nennt sich übrigens 'Berliner Tiergarten'. Rasen wird regelmäßig geschnitten, in der Regel wöchentlich bis vierzehntägig, sonst siedeln sich auf ihm unwillkommene Pflanzen an.

Eine Wiese ist entweder eigentlich eine Rasenfläche, z.B. die Liegewiese im Freibad, oder eine Fläche, die zur Produktion von Grasfutter und Heu genutzt wird. Sie wird zwei bis fünfmal im Jahr gemäht, die fünf 'Mahden' sind nur bei intensiver Düngung möglich, wodurch die Artenvielfalt an Kräutern auf ein Minimum reduziert wird. Wenn sie nicht gemäht wird, wird sie in kurzer Zeit verbuschen. Auf einer Wiese steht das Gras normalerweise hoch, man soll es normalerweise nicht heruntertrampeln, weil es sich dann nicht mehr gut ernten lässt oder durch das Aufliegen auf dem Boden verdirbt. Naturnah aussehendes Grasland würde man 'Wiese' nennen: Rehe äsen auf einer Wiese, nie auf einem Rasen.

Eine Weide wird von Vieh beweidet und ist in der Landwirtschaft vermutlich daraufhin optimiert. Sie kann eingezäunt sein, damit die Tiere nicht weglaufen, es kann sich aber auch um offenes Land handeln, das z.B. von einem Schäfer genutzt wird.

Gras ist ein Sammelwort wie 'Gebüsch' für das Durcheinander an Graspflanzen auf Wiesen, Weiden oder Rasenflächen; es ist auch der botanische Oberbegriff für eine große Gruppe (Ordnung bzw. Familie, derzeit im Umbruch) einkeimblättriger Pflanzen, die auf solchen Flächen typische Bestände bilden. Die meisten einheimischen Getreidepflanzen gehören zu den Gräsern in diesem botanischen Sinne. Mit 'Gras' meint man eher den Bewuchs einer Fläche, den 'Grasteppich', die Fläche selbst würde man 'Rasen' oder 'Wiese' (oder 'Anger') nennen.

Zu welchem Wort ein Sprecher oder Schreiber greift, ist nicht beliebig: Wir lagen im Gras / auf dem Rasen / auf der Wiese hinterm Haus / wir überquerten die Weide - mit jedem dieser Wörter ergeben sich andere bildliche Vorstellungen, sie sind nur bedingt und nur im Einzelfall durcheinander ersetzbar.

Beim Gebrauch der Wörter kann es regionale Abweichungen geben.

Ich möchte das hier festhalten, weil es gelegentlich zu Vorschlägen kommt, dass Wörter auf einzelne Unterbegriffe verteilt werden sollten. Man könnte das hier auch machen. Ich selbst würde es hier nicht für sinnvoll halten, besser wäre es nach meiner Auffassung, die Unterschiedlichkeit der Inhalte durch Beispiele zu verdeutlichen.

Gerade bei der Gruppe https://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/3118 gesehen, dass sie häufiger als Oberbegriff herangezogen wird.

Ich schätze ein, dass das auf die Dauer eher zu Unübersichtlichkeit führt, da dort dann alle Verben bzw. verbalen Gruppen als Unterbegriffe zuzuordnen wären, die Handlungen bezeichnen; teilweise werden solche Verben 'kausative Verben' genannt. Das sind sehr viele.

Das Problem hat wie in vielen anderen Fällen auch mit der räumlichen Anordnung der verschiedenen Zuordnungen zu einer Gruppe zu tun. Die 'Unterbegriffe' kommen vor den Assoziationen. Als Synonym-Suchender wäre ich jedoch eher an den Synonymen im weiteren Sinne = Assoziationen interessiert als an Unterbegriffen. Allerdings sind solche sehr langen Unterbegriffs-Listen eher selten. Noch, muss man sagen.

Eine gewisse Zurückhaltung gibt es noch beim Wort 'Frau', dort sind als Unterbegriffe noch nicht alle weiblichen Wesen versammelt. Vorläufig nutzen wir hier auch noch das generische Maskulinum und ersparen uns die buchhalterische Erfassung aller weiblichen Ableitungen von Personenbezeichnungen. Dennoch ist das Spektrum der Unterbegriffe bei 'Frau' eine recht bunte Truppe, um nicht zu sagen: Es wirkt beliebig und unstrukturiert.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich anmerken, dass vielleicht darüber nachzudenken wäre, die Assoziationen zu strukturieren. Ein Anfang wäre die Unterscheidung in 'dieselbe Wortart wie das Hauptwort der Gruppe' + die Zuordnung der verschiedenen anderen Wortartkategorien Verb, Nomen, Adjektiv, Adverb und sonstige. Beispiel: zu 'schlagen' erst 'prügeln', dann 'der Schlag / Hieb'; zu 'essen' erst 'schmausen / genussvoll verspeisen' und alle anderen Verbgruppen, dann 'die Mahlzeit', 'Restaurant', 'Küche' und andere N, dann vielleicht noch 'lecker, Gegenwort ungenießbar', 'hungrig'. Und bei 'hungrig' dann wieder 'Hunger / Kohldampf' (N) und 'hungern / Hunger haben' (V). Es wäre schön, wenn mit der Zeit mehr Struktur bei den Assoziationen geschaffen würde, aber ohne Vorgaben bzw. Eingriffe wird das wohl nicht gehen.

Ich möchte auch noch einmal sagen, dass ich eine grundsätzliche Einteilung der Assoziationen in 'Synonyme im weiteren Sinne' und 'sonstige Assoziationen' für außerordentlich wichtig halte, noch wichtiger als diese angedachte Wortartgeschichte.
Ich muss mich hier korrigieren: 'Land der unbegrenzten Dummheit' kommt tatsächlich nicht gerade selten vor und bezieht sich meist auf die USA. Das trifft allerdings nur aufs Internet zu, nicht auf die von von Google eingescannten Bücher, da ist das Land der unbegrenzten Dummheit ein Totalausfall, aber Google hat auch nur bis 2008 eingescannt bzw. die Ngrams angelegt bzw. sie zum Abruf bereitgestellt. Was auch immer das zu bedeuten hat. Ich find's als Formulierung ziemlich unoriginell, aber das interessiert in dem Zusammenhang nicht.

Wär ich hier der Chef, hätt' ich's trotzdem rausgeschmissen und auf Reaktionen gewartet, und zwar allein deshalb, weil es so platt und dämlich ist. Und unter Protest hätt' ich's dann wieder mit reingenommen, falls wer sich dafür starkgemacht hätte.
Inzwischen sehe ich, dass 'Land der unbegrenzten Möglichkeiten' als 'euphemistisch' getaggt wurde. Ich weiß nicht, ob das so ganz treffend ist: Verhüllend ist es eigentlich nicht, es soll ja nichts verborgen werden, aber schönfärberisch sicherlich. Außerdem klischeehaft, floskelhaft, naiv, affirmativ und unkritisch. Ich dachte eigentlich, die Formel sei überholt, aber Google Ngram Viewer belehrt mich eines Bessern: Der Ausdruck ist heute - bzw. 2008 - in etwa so geläufig wie in seinen besten Zeiten, und die gab es 1940. Eigentlich ist mit diesem 'euphemistisch' wohl 'idealisierend' gemeint, warum eigentlich nicht diesen Tagg einführen? Denn auf dem Feld der politischen Schlagwörter gibt es so etwas nicht gerade selten: Großer vaterländischer Krieg (WK I), antifaschistischer Schutzwall (Mauer), Feld der Ehre (Schlachtfeld), den Heldentod sterben (fallen) und wer weiß was noch. Es gibt tatsächlich hier und da Bedarf für einen Gegen-Tagg zu 'pejorativ'. Oft sind diese Idealisierungen allerdings geradezu zynisch und verlogen. Außerdem kann die Idealisierung auch pathetisch, emphatisch, oder bloß allgemein-aufwertend daherkommen...

Okay soweit. Es gibt noch ein zweites 'magersüchtig' in https://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/10488 . Der Kerninhalt dieser Gruppe wäre in etwas 'gesundheitsgefährdendes Untergewicht' oder 'krankmachendes Dünnsein'. Gehört da 'magersüchtig' dann auch nicht dazu?

Und genau das wollte ich vermeiden: Dass jetzt eine ganze Staffel von Mitgläubigen mit jeweils eigenen Bezeichnungen als Unterbegriffe angelegt wird, und das nicht nur hier, sondern überhaupt, so dass wir irgendwann für jedes Wort seine eigene Schublade haben.

Bei mir ist es rein praktisch so: Wenn ich das Wort 'Glaubensbruder' höre, stelle ich mir einen christlichen Glaubensbruder vor. Das liegt an meiner christlichen Erziehung und Prägung, die ich nun mal habe. Dass eine solche Art von 'Synonymität' nicht bidirektional deckungsgleich funktioniert, hatte ich erwähnt. Das ist nicht nur in diesem Fall so, sondern außerordentlich oft in allen möglichen Synonymgruppen. Es wäre aus meiner Sicht unvernünftig, in allen diesen Fällen mit kasuistischer Akribie eigene Unterbegriffe zu kreieren.

Dass man bei der Synonymisiererei eine gewisses Maß an Toleranz walten lassen muss, erscheint mir selbstverständlich. Dass es unterschiedliche Ansichten darüber gibt, welches Maß an Toleranz gelten soll, ist mir auch klar.

Zu Deinem Satz "Ich sehe nicht, wie es da eine Rolle spielen soll, ob es Wörter wie 'Mitmuslim' gibt oder nicht" fühle ich mich genötigt, Dir folgendes zu erklären: Wenn alle Mitchristen immer Glaubensbrüder (im christlichen Glauben) sind und es entsprechende Wortbildungen für andere Bekenntnisse nicht gibt, dann wäre das ein starkes Argument dafür, die beiden synonym zu setzen, denn man kann nicht eine gesellschaftliche Gruppe durch Nichtbeachtung sprachlich diskriminieren, für die es keinen sprachlichen Bezeichner gibt. Das ist wie mit den Gender-Bezeichnungen: Sind mit 'Lehrern und Schülern einer Schule' die Lehrerinnen und Schülerinnen sprachlich diskriminiert? Dazu gibt es unterschiedliche Auffassungen. Immerhin gibt es 'feminine Bezeichner' und außerdem Ausweichmöglichkeiten (Lehrende und Lernende). In der Praxis wird aber hier in OT (noch) mit dem generischen Maskulinum gearbeitet, und das finde ich persönlich auch vernünftig.

Ich war neulich bei den Lasttieren und Arbeitstieren unterwegs. Sind Lasttiere nicht Arbeitstiere? Im Moment stehen da Arbeitstiere als Zugtiere. Eigentlich nicht ganz korrekt. Aber wer, wenn nicht einer, der wirklich viel mit Nutztieren umgeht, könnte sagen, welche Wörter in welchem Kontext üblich sind? Ich hab da erst mal die Einteilung genommen, die ich mit mir herumtrage, und als Arbeitstier stelle ich mir in erster Linie ein pflügendes oder eine Kutsche ziehendes Pferd vor, vielleicht noch den pflügenden Ochsen oder den Bäume schleppenden Arbeitselefanten oder ein Rückepferd, aber nicht den Reitelefanten auf Tigerjagd und auch kein Packpferd. Das heißt: Bedeutungen von Wörtern ergeben sich nicht logisch aus den Bedeutungen der Einzelkomponenten, die semantischen Netze sind in den Köpfen anders organisiert, sehr viel vager und offener.

Insofern empfinde ich eine Aussage wie: "'Mitchrist' ist ein Unterbegriff zu 'Glaubensbruder'", so logisch korrekt und unabweisbar sie auch sein mag, als eine zu starke Einengung der Perspektive.

Die Sache hat sich hier insofern erledigt, als es die Wörter 'Mitjude' usw. gibt, und ich habe das in den neuen Vorschlag eingearbeitet. Ich würde alles in allem dennoch dafür plädieren, bei einer so lächerlich kleinen Gruppe keine zusätzliche Unterbegriffs-Schublade aufzumachen, wenn doch alle Mitchristen auf jeden Fall Glaubensbrüder sind. Im strengen Sinn liegen Christen natürlich auf einer Unterbegriffsebene zu den Gläubigen. Ich wäre da nicht 'päpstlicher als der Papst', aber wenn Du unbedingt darauf bestehst, nur zu, bau es noch mal um...

Bezug: https://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/37828

Da musste der Mitchrist weichen, denn: "bezieht sich doch nicht nur auf Christen?", fragt Daniel.

Wird wohl so sein, nur: Wörter wie Mitjude, Mitquäker, Mitmuslim hab ich alle noch nie gehört (was aber wie immer nix heißen muss), sie lassen sich aber bilden und kommen sogar vor. Und jedenfalls erscheint mir 'Mitchrist' als ein gar nicht so übles Synonym für einen (christlichen) Glaubensbruder.

Das hat man ja öfter, dass Synonyme nicht in beiden Richtungen funktionieren. Es ist ein bisschen wie mit 'Wasser' und 'Nass': Nicht alles, was nass ist, ist Wasser, aber wenn von irgendeinem 'Nass' die Rede ist (das kostbare Nass, das kühle Nass), versteht man es als Mensch meistens als 'Wasser'. Aliens, deren Energiekreislauf im Körper aus hochkonzentrierter Säure besteht, würden als Kolonisten auf der Erde bei der gemeinsamen Sprachfindungskommission Beschwerde einlegen und gegen die Gleichsetzung von 'Nass' und 'Wasser' protestieren.

Das hört sich übertrieben an, aber in Zeiten, wo über die Einrichtung von zusätzlichen Gender-Toiletten nicht nur nachgedacht, sondern dafür Geld ausgegeben wird (in Potsdam, nicht wahr, Daniel?), tut man gut daran, auf der Hut zu sein und sich auf Eventualitäten gefasst zu machen, die nur dem völlig unbedarften Naivling unausdenkbar erscheinen können.

Was machen wir jetzt mit dem Mitchristen, soll er hier heimatlos bleiben? Ich mache einen neuen Versuch, wer will, kann sich das ja ansehen.
Hab ich selbst so eingetragen, bin mir aber nicht sicher. Die Gruppe stammt von Daniel:

https://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/25830
Das sehe ich deutlich anders. 'Inhibieren' ist in etwa ein ebenso gutes 'Hemmen', wie 'RAM' ein 'Kofferschließfach', denn beides sind ja vorübergehende Aufbewahrungsorte.

Inzwischen wurde da alles mögliche umgebaut, da passt es an den ursprünglichen Ort sowieso nicht mehr hin. Wenn es jetzt wieder irgendwo dazugestellt wird, besteht immer noch das Problem, dass man sich als Durchschnittsmensch unter diesem Wort überhaupt nichts vorstellen kann. Das gilt für viele der Fremdwörter, die hier eingetragen wurden.

Meine Meinung dazu ist: Wenn jemand in einem Lexikon auf ein Wort stößt, das er nicht kennt, und dieses dann völlig kontextfrei an einen Ort dazuschreibt, von dem er aufgrund der Mini-Worterklärung im Lexikon vermutet, dass es schon der richtige Ort sein wird, dann ist das immer mit dem Risiko behaftet, dass die zugrunde gelegte Information falsch, unvollständig oder irgendwie perspektiviert ist, was aber nicht überprüft werden kann. Wenn derjenige jedoch beim Lesen auf ein solches Wort gestoßen ist, dann hätte er ja einen Kontext, den er nur noch dazu zu schreiben braucht. Außerdem kann man ja auch googeln und einen geeigneten Beleg in den Kommentar hinzukopieren. Ich möchte aber nicht derjenige sein, der diese Arbeit erledigt, nur weil die Gruppe diffus ist und umgebaut werden muss, ich möchte noch nicht einmal nachschlagen, ob ein solches Wort medizinisch, molekularbiologisch, informationstechnologisch oder wie auch immer eingeschränkt zu benutzen ist, das sollte derjenige tun, der so etwas einträgt, denn derjenige hielt die Aufnahme des Wortes für wichtig, der spätere Hin- und Herschieber jedoch möglicherweise nicht. Vor allem weiß eine Person, die Umbauarbeiten in die Hand nimmt, nicht, wohin ein solches Wort richtigerweise gehört, denn 'hemmen' funktioniert in allen möglichen Kontexten (und Gruppen), und wo gehört dann 'inhibieren' richtigerweise dazu? Eher zu 'verlangsamen'/'bremsen' oder eher zu 'behindern'/'stören'?

Es geht um https://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/6965

Da finden sich belegen · reservieren · vorbehalten · widmen · zurückhalten · zusichern · zuteilen.

Geht es um Speicherplatz - Massenspeicher - RAM oder so etwas? Wenn es um Hotelbetten geht, passt 'widmen' nicht, wenn es um im Einzelhandel auf die Seite gelegte Ware geht, passt 'belegen', 'widmen' und 'zuteilen' nicht, wenn es um Platzreservierungen in Bahn oder Flugzeug geht, passt wiederum alles mögliche andere nicht.

Worum soll es hier überhaupt gehen? Was hat das Wort 'widmen' da zu suchen?
Zu manchen Themen ist das Wortmaterial überschaubar, die Einteilung in die OT-Kategorien jedoch schwierig. Das ist u.a. bei konkreten Sachbezeichnungen recht häufig der Fall.

Nehmen wir den Ticketverkauf für Abendveranstaltungen.

Da gibt es zum einen die Kinokasse, die Theaterkasse und die 'sonstige Kasse' z.B. bei Konzertveranstaltungen in großen Veranstaltunghallen.

Sodann gibt es den Kartenvorverkauf und an den einzelnen Veranstaltungsorten ggf. eine Tageskasse und die Abendkasse. Vermutlich kann man auch sofort online kaufen bei den diversen Ticketverkäufern.

Was Reservierungen angeht, kann man die per persönlicher Vorsprache an Tages- oder Abendkasse, telefonisch oder online erledigen.

Eine reservierte Karte wiederum kann man an der Abendkasse, beim Kartenvorverkauf oder sonstwie abholen (und bezahlen), dafür kann es einen speziellen (Abhol-/Ausgabe-) Schalter geben, um den parallel stattfindenden Verkauf an der Abendkasse nicht zu behindern.

Und kaufen bzw. abholen tut man sein Ticket an der Kasse oder im (= 'per' = nicht an der Abendkasse) bzw. beim Kartenvorverkauf = an / bei der Vorverkaufsstelle .

Das alles schön in die ganzen Ober-und Unterbegriffe und Assoziationen einzutragen und ordentlich miteinander zu verknüpfen, würde zu vielen Doppeleintragungen führen und darüber hinaus die ganze Geschichte unnötig verkomplizieren und unübersichtlich machen. Und schließlich: Wozu sollte man das brauchen? Ich kann mir so in etwa nur drei Anwendungsfälle vorstellen: Deutschlerner auf sehr hohem Level oder ein Übersetzer, vor allem ein solcher, der nicht Deutsch-Muttersprachler ist, oder jemand, der nicht das genaue Wort sagen wir 'Kartenvorverkauf' findet und nur grob weiß, dass es da ein Wort gibt, das ihm gerade nicht einfällt, welches mit Kino-/Theaterkarte oder Ticket für ein Fußballspiel zu tun hat.

Ähnliche Probleme gibt es häufig, z.B. auch bei Schnur-Bändel-Band-Kabel-Seil-Faden-Tau usw., oder bei Schnalle-Spange-Schließe-Clip, oder bei Schild-Aufkleber-Etikett-Einnäher-Anhänger usw. Dabei finden sich immer Wörter, die man als durchschnittlicher Deutsch-Muttersprachler nicht alle ganz genau kennt, deren Einordnung man aber auch nicht den Fachleuten überlassen kann, weil deren Sprache zu stark vom normalen Sprachgebrauch abweicht.

Es geht m.E. gar nicht anders, als viele solche Gruppen eher assoziativ anzulegen. Es macht z.B. wenig Sinn, die Kinokasse und die Theaterkasse auseinanderzureißen, ebensowenig wie die Tageskasse und die Abendkasse. Man kann das natürlich tun und bekommt dann viele Einzeleinträge, die auf komplizierte Weise in- und gegeneinander verschachtelt sind und deren inhaltlicher Zusammenhang sich dem Gelegenheitsbesucher schon mal gar nicht und dem Eingeweihten nur schwerlich erschließen wird.

Wer übrigens sich nicht selbst einmal daran versucht, System in ein bestimmtes, abgrenzbares Begriffsfeld hineinzubekommen, der wird gar nicht wissen, von was ich hier schreibe. Die beste Methode, um konkret auftretende Probleme erst einmal zu erkennen und in ihrer Relevanz einzuschätzen, ist, sich einfach praktisch mit OT nachhaltig auseinanderzusetzen. Hier und da mal ein Wort nachzutragen oder eine stilistische Einstufung vorzunehmen führt zu einem entsprechend eingeschränkten Problembewusstsein.

Manchmal denke ich, dieser Jedermanns-Thesaurus war gar nicht dafür gedacht, mal ein gut ausgebauter Thesaurus zu werden. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, wie und ob so etwas überhaupt funktionieren kann. 10.000 Mitstreiter, die alle hier und da mal was eintragen, über Jahre und Jahrzehnte verteilt, jeder mit seinen persönlichen Marotten, daraus kann wohl nur ein Flickenteppich werden und am Ende hat man so etwas wie Woxikon mit Tausenden von Grüppchen, die alle irgendwie lose zusammenhängen und wo man sich Anregungen ohne Ende holen kann, ohne jemals so etwas wie eine Übersicht gewinnen zu können. Wenn hier dem Ganzen eine Gestalt gegeben werden soll... aber das ist ja vielleicht gar nicht gefragt.
Immer wieder müssen Gruppen umgebaut werden. In viele wurden Fremdwörter hinzugefügt, über deren Bedeutung und Anwendungsmöglichkeiten ich so gut wie nichts weiß und die auch schwer aufzuklären sind. Daher weiß ich z.B. bei der Aufteilung einer Gruppe nicht, wohin die überhaupt verfrachtet werden können.

Beispiel: 'inhibieren' zu 'hemmen' o.ä. Es bringt dann auch nicht so viel, einfach nach 'hemmen' zu suchen und das dann daneben zu klatschen, denn da gehört es wahrscheinlich nicht hin, denn man kann nicht für ein durchschnittliches 'hemmen' 'inhibieren' sagen. Fragt sich nur, für welches. Duden und Wikipedia sprechen u.a. vom Hemmen der Wirkung eines Enzyms. Da bliebe dann nur, eine extra Gruppe aufzustellen mit

- 'hemmen (Enzym)' + 'inhibieren',

- plus womöglich noch eine Gruppe 'einen Löscheffekt ausüben (Brandbekämpfung)' + 'inhibieren',

- dann noch die Gruppe 'dämpfen (Neurologie)' + 'inhibieren (z.B. ein Neuron') + 'Erregbarkeit herabsetzen'

und noch so ein paar ziemlich spezielle Gruppen.

Da frag ich mich dann immer: Wer braucht wo etwas?

Anderes Beispiel: 'annihilieren' = 'zunichtemachen'. Schön und gut, aber wann sagt man 'annihilieren' statt 'zunichtemachen'? Könnte man sagen 'Die Wirtschaftskrise hatte seine Pläne annihiliert'? Wäre das nicht ein bisschen seeeehr geschraubt - falls es überhaupt möglich ist?

Ich würde meinen, dass diejenigen, die solche Raritäten beisteuern, auch dafür die Verantwortung übernehmen müssen, deutlich zu machen, wann und wie diese Wörter zu verwenden sind. Das können sie tun, indem sie ein gutes Beispiel hinzufügen, etwa als Beleg, aus dem eine durchschnittliche Verwendung des Wortes in der zur Gruppe passenden Bedeutung auf eine plastische Weise hervorgeht. Und wenn das nicht möglich ist, dann sollten solche Wörter nach Vorankündigung gelöscht werden. Ich würde da nicht so gerne löschen, denn auch mein Wortschatz ist begrenzt, aber irgendwo müssen diese Einträge beim Umbau hin, und das kann ich z.B. nicht übernehmen. Ich denke, darin wird Einigkeit bestehen, dass vieles verbessert werden muss, dass oft unklar ist, was eine Gruppe inhaltlich zusammenhält, und dass, wer immer es auf sich nimmt, etwas mehr Klarheit hineinzuringen, nicht dafür zuständig gemacht werden kann, die Arbeit zu erledigen, welche die ursprünglichen Eintrager sich erspart hatten.

Ein Nebenaspekt bei diesen Fremdwörtern ist, dass sie oft in störender Weise ziemlich weit vorne stehen, z.B. all die lat. Abkömmlinge mit a-, ad-, ab- usw. Dann bleibt nur die Möglichkeit, sie als 'gehoben' weiter nach hinten zu schieben. Sie sind aber oft gar nicht gehoben, denn jemand, der sich elegant ausdrücken will, würde es unbedingt vermeiden, auf Wörter zurückzugreifen, die von einem Gutteil seiner Leser oder Zuhörer nicht verstanden werden. Solche Wörter überhaupt zu benutzen, stört den normalen Ablauf der Kommunikation und wird entweder als Snobismus, als Angeberei oder als fachbezogen in einem Bereich bewertet, den man nicht (auch noch) unbedingt kennen muss, zumal wenn ebenso aussagekräftige deutsche Wörter für denselben Inhalt zur Verfügung stehen.

Fürs erste werde ich bei Gruppenaufteilungen diese Exoten in eine erstbeste neu angelegte Minigruppe verbannen, die sich mit Hilfe von Duden und ggf. Wikipedia aufstellen lässt. Soll sich dann jemand anders damit amüsieren, die vernünftig unterzubringen.

Bezug: https://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/2524

Das Wort ist merkwürdig, ich werde anhand der Google-Treffer nicht schlau draus: Ist es nun reflexiv oder nicht reflexiv, und was bedeutet es recht eigentlich?

Ein aussagekräftiger Beleg wäre wünschenswert.
Siehe https://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/2087 .

Ich selbst kenne nur 'auseinanderklamüsern'. Der Duden führt dieses Wort aber. Ich fände hier ein Beispiel sehr zweckdienlich.
 
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