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weil in Zeitungen und Nachrichten meist vom 'Verteidigungsminiterium' die Rede bzw. Schreibe ist. Mit 'Bundes-' davor hört sich das schon recht dienstlich, umständlich und etwas steif und förmlich, also sozusagen 'amtlich' an und unterstreicht den hoheitlichen Auftrag. Verwaltungsdeutsch wurde ja gestrichen, hätte hier auch gepasst. Es ist auch in der Regel nicht nötig, zur Langform zu greifen, weil klar ist, dass in Deutschland mit 'Verteidigungsministerium' das 'Bundes'verteidigungsministerium gemeint ist, solange wir noch kein bayerisches Verteidigungsministerium haben. Im täglichen Sprechen sagen wir auch eher 'Deutschland' statt 'Bundesrepublik Deutschland'. Aber stimmt schon, 'Amtssprache' ist das nicht, es hat nur so einen bemühten und etwas geblähten Touch.
Das Wort scheint es in zwei Bedeutungen zu geben:
1. als in runder Preisangabe bezeichneter Preis, mit dessen Erreichen eine psychologische Hemmschwelle aktiviert wird;
2. Preis in gebrochener Preisangabe, mit dessen Überschreiten die psychologische Hemmung aktiv wird.

Beispiel für Fall 1 wären 100 Euro, für 2. wären es 99,99 Euro.

Das hat seine Analogie umgangssprachlichen Doppeldeutigkeit der Bedeutung von 'bis': Eine Person ist beschränkt geschäftsfähig von 7 bis 17: Hier könnte 'bis 17' bedeuten 'bis die Person 17 Jahre alt (geworden) ist', gemeint ist aber 'bis zum letzten Augenblick, in dem die Person gerade noch 17 Jahre alt ist'. (Das BGB spricht hier - sehr eindeutig - von 'Minderjährigen')

Bei 'Schwellenpreis' ist in der Bedeutungssubstanz eher die Trennlinie gemeint, also rein praktisch der glatte Preis: 98,99 Euro wäre mit Sicherheit ein gebrochener Preis, der sich auf die 100-Euro-Schwelle bezieht, aber natürlich ist mit 99 Euro diese Schwelle weder erreicht noch überschritten.

Dennoch werden bei den meisten Fundstellen, logisch unsauber und vereinfachend, alle gebrochenen Preise unterhalb der und in relativer Nähe zur Schwelle als Schwellenpreise bezeichnet.
zu finden in der Gruppe https://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/25773, eine für meine Begriffe ziemlich seltsame Zusammenstellung, die ich zur Löschung vorschlage.

Okay, wieder was gelernt.
Das scheint was anderes zu sein, ich hatte inzwischen den Kommis als Handlungsgehülfen mit aufgenommen. Aber dieses 'Kommis' als Falschschreibung findet nach wie vor nicht den orthografisch korrekten 'Kommiss' mit Doppel-'s' als 'Wehrdienst'.
Frage an den Admin: Die Suche nach falsch geschriebenem 'Kommis' findet alle möglichen Kommissionen (und einen Kommissar), aber nicht Kommiss. Das sollte doch eigentlich nicht so sein, oder?
Und wieso waren die von dir gelöscht gewesen?
Schön, endlich mal von dir zu hören, und danke für die Antwort. Dann können wir ja in die Diskussion einsteigen.

Znächst mal: Dass 'Kommiss' nicht komplett rausgeflogen war, konnte ich nicht erkennen. Ich hatte nach meinem - falsch geschriebenen - 'Kommis' gesucht, und das hatte die OT-Suche nicht gefunden. Ich war also davon ausgegangen, dass es gelöscht worden war. Darüber war ich wenig begeistert. In Wirklichkeit hattest du das verschoben, das ist schon was anderes als löschen. Dennoch ist da ein kleiner Kommentar hilfreich, es reicht schon das Wort 'verschoben'. Ich kommentiere allerdings auch nicht jede Kleinigkeit, manchmal ist es einfach zu viel.

Zur Sache selbst: Ich denke, dass ältere Semester in Deutschland durchaus sagen, dass sie 'beim Kommiss' waren oder irgendeine Ausbildung 'beim Kommiss' gemacht haben. Eine Google-Suche nach "beim Kommiss" liefert da reichlich Belege. Zum Teil werden solche Redeweisen dann auch von Jüngeren aufgegriffen, die sich etwas 'origineller' ausdrücken wollen. Insofern dürfte 'Kommis' durchaus ein umgangssprachliches Äquivalent für Bundeswehrzeit darstellen. Natürlich auch für 'Militärdienst' überhaupt.

Zum zweiten wird 'Bund' in einigen Fällen mit 'Bundeswehrzeit' äquivalent zu setzen sein . Es gab dazu das Beispiel 'nach dem Bund studieren', vielleicht wäre da 'nach dem Bund will ich erst mal studieren' verständlicher. Man könnte für 'Lebensabschnitt beim Militär' auch eine extra Gruppe aufmachen, vielleicht später, aber manchmal werden auch Nebenbedeutungen mit in eine Gruppe hineingenommen, um nicht alles endlos weiter auszudifferenzieren.

Drittens: Wieso wurden die Beispiele bei 'Bund' von dir gelöscht? Waren die zu schlecht, zu untypisch, was war daran nicht in Ordnung? Kann auch ein Versehen gewesen sein, sowas kann passieren in der Hitze des Gefechts. Aber das von jemandem zu erleben, der nicht diskutiert, bzw. bis jetzt nicht diskutiert hat, ist nicht angenehm als Erfahrung.

Viertens: Solche Veränderungen allesamt ohne irgendeinen Kommentar vorzunehmen, finde ich grundsätzlich nicht in Ordnung. Ich bemühe mich, hier im Forum und in Kommentaren, verständlich zu machen, warum ich etwas tue, natürlich klappt das nicht immer, zeitlich, manchmal kann ich es auch nicht gut begründen, aber das ist eher selten. Für mich ist das eine Frage der Höflichkeit.

Deine letzte Bemerkung, dass du nicht verpflichtet bist, Stellung zu nehmen, magst du vielleicht so sehen. Aber wir arbeiten hier zusammen an einem Projekt und so etwas wirklich zusammen zu tun, ist, vorsichtig gesagt, recht schwierig mit jemandem, der sich zu nichts äußern will.
Davon bin ich ausgegangen. Was meinst du wohl, wie viele Speziallampen es gibt mit Tausenden von google-Treffern, und nicht nur das: Spezialschrauben, Küchengeräte in einer Profiküche, Einzelteile einer Spinnmaschine, Medikamente, Autoteile, 350.000 Käferarten, 4000 Seemannsknoten, chemische Verbindungen ohne Ende, Güterwagentypen, Güterwagenklassen ... - wo hört das auf?

Immerhin: Der Duden hat die Nernstlampe, und dict.cc hat sie auch, das hätte ich nicht vermutet. Synonymfresser zieht sich halt häufig ziemlich verrückte Wörter an Land, und ich dachte, das ist wieder eine von diesen Raritäten - ist es ja irgendwo auch, aber 'geht noch' in diesem Fall.

Allerdings: Ich hatte eine Frage gestellt, die sich mit der Zahl der Googletreffer nicht beantworten lässt. Vielleicht bist du da auch der falsche Adressat. Nur mal als Beispiel am Rande: 'Hasenlampe' als Schuss ins Blaue liefert bei einer google-Startanfrage 8590 Treffer, davon sind - am Ende der Liste - 280 anzeigbar. (Die 3500 Treffer für die Nernstlampe schrumpfen so übrigens auch auf 300 zusammen). Dennoch würde ich die Hasenlampe nicht aufnehmen, es ist ein normales Kompositum und bedeutet 'Lampe bzw. Leuchte in Form eines Hasen', für ein Kinderzimmer z.B. Die Nernstlampe hat sicherlich ein größeres Anrecht, aufgenommen zu werden, denn der Name würdigt das Patent des Schöpfers, ähnlich wie bei Bunsenbrenner (der allerdings nicht der Erfinder zu sein scheint) und Erlenmeyerkolben. Wahrscheinlich ist die Nernstlampe, deren Massenproduktion lt. Wikipedia 1910 endete, Fachleuten noch geläufig. Dass sie auch in den USA von der Nernst Lamp Company hergestellt wurde, dürfte erklären, warum sie auch im englischen Sprachraum existiert. Hier in OT wurde sie aufgenommen wegen der Möglichkeit, sie mit und ohne Bindestrich zu schreiben, also als Pseudo-Synonym. Ich finde das relativ abwegig, es gibt hier Wichtigeres zu tun.
In der Gruppe https://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/29454 gibt es die 'Nernst-Lampe' und die 'Nernstlampe'. Kann man den Auffindbarkeits-Algorithmus nicht so anpassen, dass Schreibungen mit und ohne Bindestrich sich gegenseitig finden, so dass ein solcher, in meinen Augen uninformativer Eintrag verzichtbar würde? Die Alternativ-Schreibung könnte man dann in den Kommentar packen, damit wäre die Nernstlampe ein Einzelwort und ggf. weglassbar.

Ich könnte hier übrigens einige Speziallampen aus dem Gartenbereich zur Steigerung der Photosyntheseleistung hinzufügen, halte das aber für zu speziell und lasse es mit voller Absicht bleiben. Angesichts vieler Einträge hier frage ich mich oft: Gibt es eigentlich nichts, was 'zu speziell' ist, soll jedes noch so verrückte Ding aus irgendeinem Fachvokabular dazugehören dürfen? Die Duden-Leute haben schließlich auch eine Auswahl vorgenommen, das heißt, sie haben eine Grenze gezogen, Googelbarkeit hin oder her. Hat OT sowas nicht?
Bezug: https://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/23332

Die Gruppe enthält die Einträge: Leuchtkörper · Lampe (fachspr.) · Leuchtmittel (fachspr.)

Da ich kein Elektriker und kein Lampenverkäufer bin, kommen 'Leuchtkörper' und 'Leuchtmittel' in meinem Wortschatz nicht vor. Die 'Lampe' führe ich, aber in der Bedeutung, wie sie im Wortteil 'Schreibtischlampe' drinsteckt. Mit 'Lampe' in besagter OT-Gruppe ist jedoch nicht diese 'Lampe' gemeint, sondern die Birne, die da reingeschraubt ist.

Wir haben hier den schönen Fall, dass es einen offiziell definierten Sprachstandard gibt, der sich in der Realität nicht so recht entfalten mag. Vielleicht gibt es Regionen in Deutschland, wo es anders ist, aber bei mir in der Gegend ist 'Lampe' das, was das Fachbuch für Elektroinstallateure eine 'Leuchte' nennen würde. Was zum Leuchten in die Lampe eingesetzt wird, kann hier eine Birne, eine Leuchtstoff-, Neon- oder Halogenröhre oder anderes sein. Bei 'Energiesparlampe' wäre in meiner Region unklar, ob man die ganze 'Leuchte' oder die 'Kompaktleuchtstofflampe' (Homunkuluswort aus https://de.wikipedia.org/wiki/Kompaktleuchtstofflampe ) meint.

Man kann sich leidenschaftlich darüber streiten, was denn die 'richtige' Bezeichnung ist. Dies haben Kollegen der Newsgroup de.etc.sprache.deutsch intensivst durchexerziert, da ging es (wieder mal) um Schraubenzieher/Schraubendreher, Zollstock/Gliedermaßstab, Bergschäden/Bergbauschäden u.a.m.. Zum Thema 'Glühbirne' & Co. geht's los bei https://groups.google.com/forum/?hl=de#!topic/de.etc.sprache.deutsch/g0lb_dnq_e4%5B76-100%5D, genauer beim Beitrag von Roland Franzius vom 28.05.(2015) und dann, vermischt mit den anderen Themen, seitenlang, jedoch durchaus nicht langweilig, weil teilweise auf gehobenem Erregungspegel geführt. Offensichtlich wurde den Kindern der gehobenen Stände - zu denen ich nicht zähle - in früheren Zeiten beigebracht, dass Wörter wie 'Glühbirne' und 'Schraubenzieher' so eine Art Gossensprache sind, um die ein guterzogenes Kind einen Bogen zu machen hat. Waddet nich alle gippt... Im weiteren Verlauf jener Diskussion wurde u.a. behauptet, dass im Handel das Wort 'Glühbirne' nicht verstanden wird, eine typischer Verrenner aus dem Baukasten 'Deutschlehrersyndrom'.

Wenn also der Kollege Michael Schoenitzer die 'Leuchte' aus dieser Gruppe mit dem Kommentar gelöscht hat: 'Leuchte und Lampe sind nicht das selbe', so stimmt das im Ergebnis für diese Gruppe, aber nicht generell für den allgemeinen Sprachgebrauch. Im Umgangsdeutsch scheint es mir für den Begriff 'Leuchtmittel' kein allgemein verfügbares Wort zu geben, da unterscheidet man in der Regel nach 'Birne' oder 'Röhre' oder denkt sich noch was anderes aus, aber durch Energiesparlampen, LEDs u.a.m. kann sich das ggf. ändern.
Bezug: https://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/12537

Ich bin da jetzt ehrlich gesagt ziemlich sauer. Die Gruppe mag nicht optimal zusammengestellt (gewesen) sein, aber da den 'Kommis' einfach unkommentiert zu streichen, ebenso wie die 'Bundeswehrzeit', noch dazu die Beispiele bei Bund zu löschen, finde ich sehr ungehörig. Und das von jemandem, der nie Stellung nimmt, auf keine Mail antwortet und überhaupt nicht greifbar ist.

Auch per Mail an synonymfresser.
Wir haben das drei mal (dreimal?)
- als Synonym für linkisch, ungelenk
- in der Gruppe 'dünn' (menschlicher Körperbau)
- als 'hoch aufgeschossen' für einen Jugendlichen

Es gibt eine weitere Gruppe mit 'linkisch' und 'ungelenk'. Man sollte annehmen, dass schlaksig da einfach aufgenommen werden könnte, aber das scheint mir nicht der Fall zu sein. Das schlaksige 'Ungelenk-Sein' ist ein spezielles, bzw. es ist womöglich überhaupt sekundär, indem es aus der Unvertrautheit eines plötzlich in die Länge geschossenen jungen Burschen (für Frauen scheint's das nicht zu geben?) mit der anderen Masseverteilung im Körper resultiert; 'schlaksige' Bewegungen wären dann eher assoziativ-metaphorisch Bewegungen, wie man sie eher bei jungen Männern mit schlaksigem Körperbau antrifft. Es meint für mich immer eine gewisse Weichheit und Lässigkeit in den Bewegungen, bis hin zu einem Mangel an Steuerung und Kontrolle - darin steht es in einem gewissen Gegensatzverhältnis zu 'drahtig'.

Wahrscheinlich gibt es weitere Interpretationsmöglichkeiten, das hier ist nur ein sehr grober Versuch meinerseits. Jedenfalls ist 'schlaksig' in der 'schlaksig-linkisch-ungelenk'-Gruppe nicht vollsynonym mit 'linkisch': Wer 'linkisch' ist, ist normalerweise nicht 'schlaksig', und wer sich 'linkisch' anstellt, tut das ebenfalls nicht 'schlaksig' (*hat sich beim Sägen sehr schlaksig angestellt), und längst nicht jedes ungelenk-linkische Sich-Bewegen hängt mit Schlaksigkeit zusammen, ebensowenig umgekehrt.

Mein Fazit: Für mich wäre 'schlaksig' im Sinne von 'linkisch' eher assoziativ und nicht ein primäres Synonym. Der Fall dürfte häufiger auftreten.

P.S.: Es gibt jetzt eine Betaversion von DWDS, zu sehen z.B. hier: http://zwei.dwds.de/wb/schlaksig . Dort scheint das Material von OT als Referenz für den Thesaurus-Abschnitt sehr weitgehend zugrundegelegt zu sein. Das sollte eigentlich zusätzlich beflügeln, die Einträge zu ergänzen und zu verbessern. Die optisch andere Aufbereitung der OT-Inhalte ist auf jeden Fall einen Seitenblick wert. Man sieht dort übrigens, dass hier noch sehr viel zu tun ist, wenn mann z.B. nach einem Wort wie 'kommen' suchen lässt. DWDS beta hat zu 'kommen' 19 Hauptgruppen mit etlichen Untergliederungen, von idiomatischen Verwendungen ganz zu schweigen. Wir haben hier 8, wenn ich richtig gezählt habe, davon die eine oder andere sehr rudimentär.
Tja, mit 'Überzeugung' findet man vielleicht nicht so schnell was, mit 'Gesinnung' schon eher. Du weißt ja, was ich meine. Bei solchen Einträgen gerate ich halt immer wieder ins Stutzen, Du und ich, wir können nicht mal eben entscheiden, wie 'fest' diese Verbindung als Begriff ist, da muss man schon googeln. Eingetragen hat es synonymfresser, dessen Einträge sich meistens eng auf Wikipedia beziehen. Vielleicht kennt er sich in dem Thema auch aus oder hat Einblick, wer weiß. Generell finden sich hier in OT wohl mehrere Adj+N-Verbindungen mit groß geschriebenem Adjektiv, bei denen ich mich frage, ob es sich tatsächlich um Eigennamen handelt, denn das wäre die Erklärung für die Großschreibung. Aber selbst wenn: Was wäre 'Braune [fig.] Esoterik' (als Begriff) denn anders als 'braune Esoterik' bzw. 'rechte Esoterik'? Zumal wenn man den Wikipedia-Artikel dazu liest: Es scheint sich um eine von außen vorgenommene Sammelbezeichnung für ein einigermaßen heterogenes Feld von verschiedenerlei rechtem Hokuspokus zu handeln - sag ich jetzt mal ganz despektierlich -, die alle miteinander nicht in enger Verbindung stehen. Wikipedia charakterisiert diese Begriffe wie gesagt als 'Schlagworte'.

Der Duden meint in den Rechtschreibregeln 88 f. dazu:
"Regel 88:
1. Alle zu einem mehrteiligen Namen gehörenden Adjektive, Partizipien, Pronomen und Zahlwörter schreibt man groß <§ 60>.
Klein Dora, Friedrich der Große, der Große Kurfürst, der Alte Fritz, der Schiefe Turm von Pisa, die Ewige Stadt (Rom), der Große Bär (Sternbild), der Indische Ozean, das Kap der Guten Hoffnung, die Schwäbische Alb, Vereinigte Staaten von Amerika, Gasthaus zur Alten Post, Medizinische Klinik des Städtischen Krankenhauses Wiesbaden, Statistisches Bundesamt, Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Institut für Deutsche Sprache (...)

Regel 89:
1. Es gibt Wortgruppen (feste Begriffe), die keine Namen sind, obwohl sie oft als Namen angesehen werden. Hier schreibt man die Adjektive in der Regel klein <§ 63>.
italienischer Salat
künstliche Intelligenz
das schwarze Schaf
das neue Jahr
die mittlere Reife
der olympische Gedanke
2. Ausnahmen (...):
a) Titel und Ehrenbezeichnungen,
Königliche Hoheit
b) Amtsbezeichnungen,
Erste Vorsitzende (als Amtsbezeichnung, sonst: erste Vorsitzende)
Regierender Bürgermeister (als Amtsbezeichnung, sonst: regierender Bürgermeister)
c) besondere Kalendertage,
Weißer Sonntag, Heiliger Abend
3. Adjektive, die mit dem folgenden Substantiv einen idiomatisierten Gesamtbegriff bilden, können großgeschrieben werden; die Kleinschreibung der Adjektive ist jedoch auch hier der Regelfall <§ 63 E>. Im fachsprachlichen Schreibgebrauch hat sich in einigen Fällen die Adjektivgroßschreibung verfestigt <§ 64 E>.
der letzte oder Letzte Wille
das zweite oder Zweite Gesicht
das gelbe oder Gelbe Trikot
die aktuelle oder Aktuelle Stunde
Vorwiegend in Großschreibung: die Erste Hilfe, die Große Kreisstadt
d) In der Botanik und Zoologie werden die deutschen Bezeichnungen der Arten, Unterarten und Rassen konsequent großgeschrieben.
das Fleißige Lieschen (Impatiens walleriana)
die Schwarze Mamba (Dendroaspis polylepis)"

Ich würde das so verstehen: Wenn man unterstreichen will, dass es sich um einen neuen Begriff handeln soll, schreibt man groß. Ob dieser Begriff sich dann auf Dauer durchsetzt, wird sich mit der Zeit erweisen. Der Duden möchte da keine strikten Vorgaben machen. Nach R89 3. wäre zwar einerseits auf Kleinschreibung zu erkennen, aber in der Fachsprache wird davon abgewichen - und wohl auch in einer Sprache, die sich für Fachsprache hält, oder so tut als ob.
Kleine Beobachtung am Rande: Wenn jemand fertig aussieht, dann ist er vielleicht auch fertig. Nach https://www.openthesaurus.de/synonyme/edit/30497 könnte man dann auch sagen. Der Mann ist erledigt, am Ende, der kann nicht mehr. Und wenn ich dieser jemand bin und mich an so einen Zustand erinnere, dann kann ich sagen 'Ich war wie erschlagen'. Von jemand anders geht das auch, in einer Art 'erlebter Rede', durch Hineinversetzen in die Person als allwissender Erzähler: Sie war danach wie erschlagen. Wie sieht die Person aus? 'Fertig' hatten wir schon, 'am Ende' geht nicht (*'sieht am Ende aus'), 'hinüber' auch nicht wirklich (der Kerl war schon nach ner halben Pulle Wodka hinüber - ?der sieht ziemlich hinüber aus, ehh, geht vielleicht doch), 'wie erschlagen' geht jedenfalls nicht, 'erschlagen' auch nicht (*'sieht erschlagen aus'); 'scheiße' ginge, aber wieder nur fürs Aussehen: 'Du siehst scheiße aus, geh mal zum Arzt'.

Synonyme funktionieren nie in allen Kontexten. Im Beispiel hier spielt es eine Rolle, ob ich von mir selbst rede, ob ich von jemand anders moralischer und körperlicher Verfassung erzähle, ob das gegenwärtig oder vergangen ist, oder ob ich kommentiere, wie jemand auf mich wirkt. Für alle diese Verwendungen wäre die Zusammenstellung der jeweils brauchbaren Synonyme eine andere. Wieder anders wäre es, wenn ich von Dingen rede: Auch ein Auto kann 'fertig' aussehen und 'hinüber' sein.

Wenn ich Synonyme eintrage, dann hab ich meistens eine mögliche Verwendung in einem Satz im Sinn. Damit blende ich die anderen Verwendungsmöglichkeiten weg. Die Frage wäre, ob 'fertig sein' und 'fertig' aussehen mit demselben 'fertig' operieren - ich denke schon. Trotzdem können nicht alle Synonyme von 'fertig' (im Sinne von 'erledigt', bezogen auf eine Person) in alle Kontexte eingesetzt werden.

Synonymsammlungen ignorieren so etwas normalerweise, oder?
 
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